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Berlin/Brandenburg

Detlef Untermann und Dr. Karl Jüsten (rechts)
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13.07.2011

Arbeitskreis Berliner PR-Unternehmerinnen und -Unternehmer“ lud zum Salongespräch:

Ideale in Handlungen umsetzen

“Werte sind als Ideale nutzlos, solange sie nicht in konkreten Handlungen umgesetzt werden”

Ungewöhnlich nachdenkliche Töne, vor allem für PR-Profis: Scheinbar „altmodische“ Begriffe wie Tugend, Ethik und Moral standen im Mittelpunkt bei der ersten Veranstaltung im Juni des Arbeitskreises „Selbstständige PR-Unternehmerinnen und -Unternehmer“ der DPRG Berlin.

Mit Prälat Dr. Karl Jüsten hatte der Arbeitskreis einen Referenten gewonnen, der es mühelos schaffte, das Thema des Abends “Ohne Tugend ist kein Staat zu machen – Anmerkungen zur politischen Ethik”, ebenso tiefgründig wie lebensnah zu hinterfragen. Im angeregten Dialog mit Moderator Detlef Untermann, butterfly communications, spannte der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe im stilvollen Salon Berlin Geflüster einen breiten philosophischen Bogen – ohne dabei jemals den Bezug zu aktuellen Fragen
der PR und Unternehmensführung zu verlieren.

Vor allem mit dem aktuellen Trend, ethisches Verhalten als Unternehmensziele durch PR zu kommunizieren, setzte sich der Prälat kritisch auseinander: “Werte an sich sind als Ideale nutzlos, solange sie nicht in konkreten Handlungen umgesetzt werden,” mahnte Jüsten.  Ein Thema, das gerade in der PR immer wieder eine große Rolle spielt, ist der Umgang mit Verfehlungen: Am Beispiel der früheren evangelischen Bischöfin Margot Käßmann entwickelte sich eine intensive Diskussion.

Zentrales Thema war auch die Frage, ob die Gesellschaft an einem Verlust an Tugenden leidet und wie mit dem Wertewandel professionell umzugehen ist. Durchaus kritisch hinterfragte Jüssen das Selbstverständnis der Marketingprofis: “Wenn ein Verhalten wie Geiz eigentlich als untugendhaft angesehen wird, wie kann es dann ethisch verantwortlich sein, dies als Agentur mit einem Spruch wie ‘Geiz ist geil’ zu propagieren?” 

Am Ende mussten viele Fragen unbeantwortet bleiben. Antworten müsse jeder selbst in seiner Person oder Organisation suchen, so Jüsten: “Wer nicht weiß, welche konkreten Ziele er hat, kann auch keine Tugend entwickeln.” Moderator Detlef Untermann zog mit einem Sinnspruch ein Fazit: “Wenn Du die Welt verändern willst, fange vor Deiner Haustüre an.”

Auch nach der offiziellen Diskussionsrunde setzten sich die Gespräche in kleinen Gruppen im Salon fort. “Ganz offenbar haben wir mit diesem Thema und diesem Rahmen gut die Bedürfnisse unserer Mitglieder getroffen,” freute sich Sabine Herrmann, Agentur da´ponte, vom Arbeitskreis „Selbstständige PR-Unternehmerinnen und -Unternehmer“. “Wir werden die Veranstaltungsreihe auf jeden Fall in diesem sehr schönen Salon fortsetzen.”
                                                                                                          Thomas Scharfstädt


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